Freitag, 25. Januar 2008

(2)25.

Es stellte sich heraus, daß Assistentin Ö diejenige war, die in Abwesenheit der Kreativleitung schnell ein paar befreundete Eins-zu-Einsler in deren Büro geschmuggelt hatte, die meisten von ihnen hauptberufliche Klientenmacher (eine Tätigkeit, die sie mit besonderer Vorliebe an Menschen exerzierten, welche ihre kostbare Gesellschaft verschmähten, weil sie andere Wahlen trafen), und während Mo sich zitternd in ihr Fell gedrückt und sich schlafend gestellt hatte, um nicht auch noch hervorgezerrt zu werden, war der stille Theologe, der den zweifelhaften Club das Büro betreten sah und wußte, daß er mit einem direkten Zur-Rede-Stellen das Desaster nur aufschieben und sich selbst pampige Bemerkungen und raffinierte Ausreden einfangen würde, auf der Suche nach geeigneten Maßnahmen zunächst zum Chef der Abteilung Öffentlichkeit gegangen, denn obwohl er selbst heimlich in die Assistentin Ö verliebt war, fand er, daß derartigen Machenschaften nachhaltigst entgegengetreten werden müsse, und während die anderen also herumrappelten und selbst die Kreativleitung so tat, als könne sie alles mit einer spöttischen Bemerkung abtun, dachte der stille Theologe gemeinsam mit dem Ehepaar Ö darüber nach, ob man sich der Assistentin entledigen müsse oder ob realistische Aussichten bestünden, ihr überwiegend in intrigantes Verhalten (oftmals übrigens mit ausgesprochen destruktiven Racheplänen für irgendwas, deren sie sich nie zu schämen pflegte, etwas, das der Theologe bei aller Bewunderung nie wirklich hatte verstehen können) investiertes beachtliches geistiges Vermögen doch noch in sinnvolle Bahnen zu lenken.

5 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

So beachtlich nun auch wieder nicht, was soll zum Beispiel diese dämliche Verdoppelung, mit der die Assistentin äußere EinSatzLeitungen noch selbst erfindet?

Anonym hat gesagt…

Könnte mir mal jemand erklären, warum wir jetzt Mos Erzählung vor den Gattinnen nicht ins Netz stellen, wenn sowieso dauernd Eins-zu-Einsler herumspinnen, und warum noch niemand wieder ein Wort über das Thema Zensur gesagt hat?

Anonym hat gesagt…

Ich dachte, eine "echte" Entlassung könnte die Fiktionalität deutlicher machen, damit eine Schranke gegen die Eins-zu-Einsler setzen, und dann könnten wir es noch einmal wagen, nicht gut? Der Anschluß an die ursprüngliche Einsatzstelle der Erzählung ist eh verpasst.

Anonym hat gesagt…

Zensur ist, wenn man trotzdem schweigt, reicht das?

Anonym hat gesagt…

Ist das jetzt feige, paranoid oder bloß doof?

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