Donnerstag, 10. Januar 2008

(2)10.

"Wie findest du es, wenn man Politikern nahelegt, 'Mensch' zu bleiben," fragte die Kreativleitung am anderen Morgen im "Bistro" die sehr müde aussehende Demokratiebeauftragte, und diese antwortete, bisher habe sie sich eigentlich nichts dabei gedacht, wieso - ihre Frage blieb aber unbeantwortet, denn Mo hatte einen lauten Quieker von sich gegeben, so daß die Kreativleitung erschrocken in ihr Büro zurückgerannt war.

9 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Die politische Klasse von heute taugt nur wenig. Alle im Wohlstand groß gworden, alle verführt durch das relativ leichte Leben. Aber immerhin ist es besser, eine Regierung zu haben, die durchschnittlich vor sich hin arbeitet, als eine mit großen Träumen, die dann scheitert. Das ist menschlich.

Anonym hat gesagt…

Sind Sie es selbst, Herr Bundeskanzler a.D.? Sollten Sie eine so unklare Beziehung in Ihre Sätze lassen wie die des Prädikativums "menschlich"? Was ist menschlich, groß zu träumen und zu scheitern, oder durchschnittlich vor sich hin zu wurschteln? Wie wäre es, wenn beides menschlich wäre, und wie wäre es, zu bedenken, daß der größte und am brutalsten scheiternde Traum der sein könnte, alle gleich zu machen und dem Durchschnitt zu heulendem Triumph zu verhelfen?
Wir jedenfalls bemühen uns hier, den Durchschnitt, den Unterdurchschnitt und den Überdurchschnitt je in ihrem eigenen Recht zu würdigen und uns von angemessenen Arbeitsteilungen das Meiste zu erhoffen, von Rottengeistern hingegen fürchten wie das Meiste. Ein Politiker taugt vielleicht etwas, der Rottengeister nicht fürchten muß, weil er mit ihnen umgehen, nämlich sie in ihrem Johlen dämpfen und zur Arbeit an Verhältnissen motivieren kann, in denen jeder sich selbst auch als Individuum an einem erträglichen und akzeptierten und den Lebensphasen angepaßten und der Leistung im Landesvergleich angemessenen Platz vorfinden kann, von dem aus ihm die Lust am Raubmord oder am Disziplinieren angeblich fauler oder verweichlichter anderer gar nicht mehr kommt. Dazu muß man - so weit stimmen wir ja zu - freilich erkennen, was etwas taugt, und was nicht. Aber "wer etwas taugt"? Wer taugt denn was? Und wozu? Am wenigsten taugt, wer sich den Rottengeistern trotz individueller Sicherheit anschließt - und dem entgegenzuarbeiten, ist wohl Aufgabe kultivierter Medien. Verzeihen Sie bitte die Langatmigkeit, verehrter Gast.

Anonym hat gesagt…

Also ein solcher Gast, wenn ers denn ist, ist nun wirklich Chefsache, Verehrteste.

Anonym hat gesagt…

Es darf sich immer noch jeder äußern; jeder und jede, und die Qualität wird nicht per Gesetz entschieden - aber natürlich gehört es sich, daß auf einen solchen Kommentator der Chef selbst antwortet.

Anonym hat gesagt…

Wie menschlich, sich wie ein Rottengeist zu fühlen, so ganz innenmenschlich.

Anonym hat gesagt…

Ah, die Herrschaften zeigen sich allmählich, sie tadeln, daß man sie, die doch nur ganz lieb und brutal ihre Objekte begaffen und fertigmachen, aus der Menschheit herausdefiniere? "Still alive and kicking?" Ach nee, Hillary wird ja neuerdings, weil sie sich doch behaupten konnte, gerühmt "fast demütig" zu sein (SZ), na Gott sei Dank! War es nicht gut, sie einmal durchs Fegefeuer (SZ) zu jagen, wie? Ach, lieben Rottengeister, wir würden doch gern mal wieder Deutsche sehen, die sich keine Sorgen um die Demut anderer machen, sondern durch ihr eigenes freundliches Beispiel zeigen, daß Demut wirklich etwas Gutes sein kann. (Wir hier haben das mal gesehen, und wir sehen es immer mal wieder, ihr wißt ja nicht, wie schön und wohltuend ein solcher Anblick ist, so erhaben, daß man vor Freude ganz still wird, ohne jede Demutspredigt!) Ja, lieben Rottengeister, das wäre doch mal eine Alternative zu: wir sind vulgär und stolz drauf, wir sind zu blöd zum Selbstdenken, aber dafür tuns ja andere für uns, denen wirs abnehmen, um sie dann erstmal ins Fegefeuert zu schicken, natürlich tun wir das nicht, um uns zu bereichern, sondern um sie so recht richtig zu machen, aus Sorge gleichsam um ihre doch recht sehr zur Hoffahrt geneigten Seelen, wie? Das sind mir die rechten Christenmenschen, wahrhaftig! Keine Christenmenschen? Na, dann was anderes, aber sicher nur allzu menschlich, wir wären die letzten, das zu bezweifeln, meine Herren!

Anonym hat gesagt…

Hossa, kaum geht man in sein Büro, kommen hier die erstaunlichsten Sachen - übrigens wollte ICH keinen einzigen Politiker beurteilen, sondern die Frage stellen, wie man eigentlich dazu komme, den armen Politikern das Menschsein so dermaßen berufsmäßig abzusprechen, daß man ihnen (ihre durch Beruf verhängte Nichtmenschlichkeit voraussetzend) glaubt empfehlen zu müssen, sie sollen Menschen bleiben, obwohl sie nebenbei auch noch Politiker sind; es war, mit anderen Worten, genau das Gegenteil von dem intendiert, was Schmidt-Bergedorf offenbar gedacht und dann als Ball allen anderen zugespielt hat; aber wer die Frage genau liest, müßte das eigentlich selbst bemerken können. Nur haben vielleicht manche Zweifel an ihrer eigenen Menschlichkeit, die ich mir so niemals erlauben würde? Also manche Politiker? Das täte mir leid, aber dann hätten wir ihnen ja mit Aufklärung dieses Mißverständnisses vielleicht schon ein wenig geholfen?

Anonym hat gesagt…

Geht es ein kleines bißchen weniger laut? Wir haben hier zu tun.

Anonym hat gesagt…

Wie wäre es, wenn ihr euch mal in einen Verein zur Abkanzelung von Altkanzlern umbenennen würdet? Unhöfliches, weinerlichs Pack!

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