Montag, 16. Februar 2009

613.

Als die Kreativleitung das Produkt des Sonntagabends dem Kwaliteitswart übersandte - mit der aufrichtigen Frage nach seiner Ansicht dazu - sagte dieser: die Mischung aus deutsch und englisch, das ist zwar eine nette neue Idee, habe ich in dieser Form noch nicht gesehen, das Spiel mit "oversee" und overheard" und "all-too-familiar" ist auch gut, aber ich würde von einer Publikation abraten, es wirkt unausgereift und zudem irritierend auf die üblichen Verdächtigen aus den Reihen der Eins-zu-Einsler, Sie wissen, wie irritabel die Leute sind, haben Sie nicht mal wieder was über Pestvögel und Brachvögel oder eine Aufklärung der Gewissensnöte von Karomütze, oder was Flottes zur Politik, und die Kreativleitung sagte, nein, habe ich nicht, mir hat dieses Spiel mit "over" und "over" zu gut gefallen, es hat mir Spaß gemacht, der Dame Ö eine englische Freundin an die Seite zu stellen und eine hübsche, halb berlinische, halb amsterdamische waterfront zu imaginieren, an der die beiden im ersten Stock eines Cafés sitzen und im Hintergrund ihrer gepflegten englischen Konversation plötzlich die Stimme eines alten Bekannten etwas von "Beziehungsarbeit" schwallen hören, mir gefiel der schockartig fühlbare Gegensatz zwischen ihrem Sprechen und dem anderen, es gefiel mir, ihre Reaktion schnell wieder abzukühlen und eine Beherrschung zu dokumentieren, und die Politik, nun ja, die haben die beiden doch in ihrem Gespräch ein wenig dabei, sie beben doch geradezu für eine vernünftige Regierungsentscheidung im Heimatland der Minderheitlerin mit der ewigen blauen Bluse, aber was willst du machen, ich habe gute Erfahrungen damit, Ihrem Rate zu folgen, halten wir es also zurück, und was nun?

5 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

____________

Anonym hat gesagt…

?

Anonym hat gesagt…

Aha.

Anonym hat gesagt…

Wie bitte?

Anonym hat gesagt…

Es schneit richtig.

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