Samstag, 1. Mai 2010

1054.

Meinen Sie, wir könnten vielleicht heute, am 1. Mai, mal wieder ganz vorsichtig über die eigentlich relevanten Probleme sprechen, fragte in eigentümlicher Schüchternheit die Minderheitlerin mit der ewigen blauen Bluse den Kollegen Demokratiebeauftragten, mit welchem sie an diesem Tage gemeinsam Schicht hatte, was meinen Sie denn, fragte der Demokratiebeauftragte, der schon ahnte, daß es unangenehm werden könnte, denn die stellte immer so blöde Fragen, na dieses höchst ambivalente Burka-Verbot zum Beispiel, sagte die Minderheitlerin, wird es nicht, wenn man es auch hier einführt, nur dazu führen, daß mehr Migrantinnen mitten unter uns eingesperrt werden in Häuser und Hinterhöfe, und der Demokratiebeauftragte sagte, aber wie will man denn klar machen, daß man solche Symbole der Gefangennahme und Anonymisierung mißbilligt, wenn man es nicht in Gesetzen ausdrückt, da sagte die Minderheitlerin mit der ewigen blauen Bluse, das ist es ja gerade, darüber will ich ja gerade sprechen, bringt doch nichts, sagte der Demokratiebeauftragte, bringt nur Ärger, und den betroffenen Frauen tut man damit auch keinen Gefallen, ach, seufzte die Minderheitlerin mit der ewigen blauen Bluse, immer diese quietistischen Argumente, selbst noch am 1. Mai, und er dachte, sie ist schon ganz schön repressiv, diese Person, aber irgendwie würden die Stunden herumgehen.

6 Kommentare:

Ein Journalist hat gesagt…

Hier schlage ich nun doch vor, das Personal zu wechseln, wie kann ein Demokratiebeauftragter so reden, was will der für eine Demokratie verteidigen, wenn der wirklich allen Fragen ausweicht?

Chefin hat gesagt…

Der Kollege ist nur vorsichtig, weil er generell eine hohe Meinung von den internen Absprachen hat.

Karomütze hat gesagt…

So klang das aber wirklich nicht, Zeit für einen Aufstand, würde ich sagen.

Ein Geheimdienstler hat gesagt…

Der Sicherheitsbeauftragte, der zum Aufstand ruft, das ist das Ende einer jeden Institution.

Oberassistent hat gesagt…

Wird alles überschätzt, ist nur 1. Mai.

Leitung Ö hat gesagt…

Heute sind wirklich die falschen Leute an der Tastatur, ganz eindeutig.

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