Die Kreativleitung und ihre Assistentin berieten sich über ein mögliches Ende der Eloge auf Herrn X. Sie schrieben dies und das, erwogen es, verwarfen es wieder, es war kein Tag für zündende Ideen und große Visionen, und die Frist lief ab. So etwas gibt es also auch, sagte die Kreativleitung. Eigentlich finde ich den letzten Satz wie er unter 401.B steht doch ganz gut, sagte die Assistentin: "Herr X tut dieses alles zum Wohle der ländlichen Infrastruktur, aber vor allem und schwerpunktmäßig auch als Nutztierhalter, als Halter des Nutztiergedankens, als Schutzherr der von ihm aufgekauften Betriebe und ihrer Pächter, als hingebungsvoller Wärter von Milch und Kuh, von Wild und Hund." Was soll man mehr sagen? Man kann aufzählen, was er an Propagandaschlachten gewonnen und was er durch das penetrant mitleiderregende Gehabe von Herrn Y. verloren hat, aber im Grunde macht man sich die Sache damit nur schwerer. Man muß auch mal etwas fertig sein lassen können.
Die Kreativleitung sagte, das ist eigentlich wahr. Ich würde vielleicht noch einen Satz anfügen darüber, daß alle, die sich einer Übernahme nicht widersetzten, schließlich gut dabei fuhren und blühten und gedeihten, oder etwas Grundsätzliches über die Notwendigkeit, bei klarer natürlicher Überlegenheit im freien Spiel der Kräfte sich dann eben einer Patronage zu unterstellen, bei der der eine Schutz und Fürsorge, der andere unbedingtes Vertrauen zu liefern habe. Ich würde auf diese Weise nahelegen, daß man es auch mal mit Augenhöhe und dergleichen probieren könnte, aber dies nicht aussprechen, da ich ja Y. nicht erwähnen darf. Aber das wird dann wohl eher verlogen wirken, was? Wahrscheinlich ist das, summte Mo aus ihrer Ecke herüber, schwitzend heute, aber weniger ängstlich als bei der letzten Konfrontation mit dem Fall XY. Nur was ist bitte mit Ys Frau und damit, daß sie einfach in den Schnee gelaufen ist? Das können wir nicht lösen, sagte die Kreativleitung, das lassen wir mal bei Hans Erich Nossack und seinem "Unmögliche Beweisaufnahme." Es juckt mich zwar, auch dazu mal etwas zu sagen, das die unerhörte Noblesse des Angeklagten da in ein etwas anderes Licht rückt, aber das gehört nicht in diesen Fall. Schließen wir ihn ab, lassen wir vielleicht einen Kinderchor singen?
Igitt, bist du fies, sagte die Assistentin, und die Kreativleitung tat etwas, das nicht ganz Lächeln und nicht ganz Grinsen genannt werden konnte, dann lächelte sie richtig und sagte, schon gut.
Und Y., fragte Mo, was ist mit Y selbst? Ja, Y., sagte die Kreativleitung. Der wird uns erhalten bleiben. X. bekommt seine Lieferung und ist entweder zufrieden oder unzufrieden, zahlt entweder pünktlich oder später - aber Y. wird wohl einfach da sitzen bleiben, und wir werden einfach abwarten ob er nicht doch irgendwann etwas macht und mit uns redet.
Assistentin K sagte, irgendwie ist mir nicht wohl damit, immer solche Leute einzusammeln, die so nichts zustande bringen.
Aber wir brauchen sie auch irgendwie, sagte die Kreativleitung, oder was meinst du, Mo?
Ich weiß nicht, sagte Mo. Ich habe schließlich schon einiges zustande gebracht. Hat mir das jemand zugetraut, als ich gekommen bin?
Na, wir wollen jetzt aber mal nicht zu eingebildet werden, wie, sagte Assistentin K, allein gekommen ist wohl schwer übertrieben, hergeschleppt hat man dich, und sie spürte, wie sie sich wieder zu ärgern begann über die durch nichts gerechtfertigte Beförderung der Assistentin Ö und ihr degradierendes Gehabe auf der einen und das verwöhnte Mo auf der anderen Seite einer Skala, in der sie selbst keine so gute Position zu haben schien.
Wer liefert also den fertigen Text ab, fragte die nun schon sehr müde wirkende Kreativleitung, man muß ihn in die Abteilung Öffentlichkeit bringen. Ich mach schon, knurrte die Assistentin K, warf einen Blick in den Spiegel, murrte mimisch laut auf und setzte sich in Bewegung.
Die EinSatzLeitung schreibt mit Gästen ein Buch. Pro Tag darf jede Person einen Satz einsetzen, die EinSätze werden fortlaufend numeriert. Auf der B-Ebene gibt es längere narrative Stücke. Die EinSatzKräfte und ihre Texte sind sämtlich rein fiktiv und frei erfunden. Alle Rechte bei der Autorin.
Donnerstag, 31. Juli 2008
413.
Pünktlich 50 EinSätze nach seiner Einführung durch den Kwaliteitswart und 40 EinSätze nach der Auftragsannahme durch die Kreativleitung und 30 EinSätze nach den ersten Erwägungen über positives Denken rief Herr X in der EinSatzLeitung an um zu fragen, wie es denn mit seiner Eloge stehe; der Tag war heiß, die EinSatzLeitung kurz vor ihren Betriebsferien, die Dame, die früher Assistentin Ö geheißen hatte und neuerdings Leiterin der Abteilung Ö war, erhielt durch den Oberassistenten den Anruf zugestellt und legte nun einmal (10 EinSätze nach dem ersten Ärger über die Assoziationen des Kwaliteitswarts) ganz bewußt ein wenig Sonnenöl in ihre Stimme, als sie sich nicht mehr mit "EinSatzLeitung Abteilung Öffentlichkeit, Sie sprechen mit Assistentin Ö, was kann ich für Sie tun" melden mußte, sondern das Recht hatte, in leitungsbefugter Knappheit "ja bitte" zu sagen, ja, sie legte sofort ein wenig nach und sagte, ach Herr X, wie schön, daß ich Sie einmal selbst am Apparat habe, ich habe schon SO viel von Ihnen gehört, und natürlich nur Gutes, eine Tonlage welche ein rasches Abfallen der relativ hochgestiegenen Empörungsbereitschaft des Herrn X zumindest um einige Grade bewirkte, er konnte es aber dennoch nicht lassen, erst einmal nachzufragen, wer sind Sie nochmal, ich habe doch sonst mit einer Dame mit einer so ganz reizenden Stimme gesprochen - und dies war nun wiederum ein wenig zu viel für den Ölhaushalt der neuen Leitung Öffentlichkeit, ihre Stimme wurde ein wenig höher und ein wenig sagen wir schärfer konturiert, als sie gleichwohl strahlend erwiderte, aber das macht doch nichts, Sie sind hier direkt bei der Leitung der Abteilung Öffentlichkeit gelandet, interviewt worden sind Sie selbstverständlich durch unsere Assistentin in der Kreativabteilung, und dort ist man auch fleißig bei der Arbeit, ich nehme an, Ihre Eloge wird pünktlich auf einer B-Ebene heute noch ausgeliefert werden, ich hoffe sehr, daß Sie mit unserer Arbeit zufrieden sein werden, und ich werde mich persönlich darum kümmern, daß alles seine Richtigkeit haben wird, aber als sie das hinter sich gebracht hatte, war sie trotz aller guten Vorsätze nun also wieder in ihrer gewöhnlichen genervten Verfassung, bis sie sich - 20 EinSätze nach seiner ersten Erwähnung - daran erinnerte, daß Gattin Ö in solchen Augenblicken gern mal etwas Dodo Mamarosa gehört hatte, und damit versuchte sie es nun also auch.
Mittwoch, 30. Juli 2008
412.
Der Vorschlag der Assistentin war wegen seiner Einfachheit durchaus reizvoll für die Kreativleitung, aber natürlich entsprach er nicht den selbstgesetzten Anforderungen, welche ein wenig strenger waren als sie nun "kommunizieren" wollte, tatsächlich hatte Herr Y. sich am Sonntag im Hause des ehemaligen Chefs nicht gezeigt, sondern war einfach auf seinem Platz im Oberstübchen sitzen geblieben, tatsächlich war das alte Ehepaar froh gewesen über die Ablenkung durch die Wochenendbesuche, aber Herr Y. war noch da, und erstaunlicherweise hatte die Minderheitlerin mit der ewigen blauen Bluse, die eigentlich eher den "tatkräftigen" Menschentypus bevorzugte, sich besonders deutlich mit ihm solidarisiert, sie war sogar der Ansicht, daß man den Auftrag des Herrn X. niemals hätte annehmen sollen, und wenn es nicht ohnehin ihrem eigenen Willen entsprochen hätte, hätte die Kreativleitung allein wegen dieser sympathischen Minderheitlerin nicht dem entlastenden Vorschlag ihrer Assistentin folgen können; so machte sie sich also wieder einmal an die Arbeit und verwendete einen ihrer Lieblingstricks, über dessen Schattenbilder an der Höhlenwand man vieles sehr Schlechtes in allgemeinen Ratgebern zu positivem Denken usw. finden konnte, von dem man aber immerhin - und zähneknirschend - zugestehen mußte, daß die Weisheiten der Ratgeberskribenten angesichts ihres vordringlichen Projekts, die Schatten an der Wand nicht nur zu beschreiben, sondern auch gleich wirksam und für jedermann zu "operationalisieren," ein kleines Körnchen Wahrheit und sogar ein bißchen was Brauchbares und Nützliches und selbst Menschenfreundliches enthielten, sobald man sie ihrer häßlichen Pseudowissenschaftlichkeit, ihrer in höchstem Maße abstoßenden begriffsrealistischen Verkorkstheit sowie ihrer immer ins Gewalttätige spielenden Abtadelung eines jeden Menschen, der sich gestattet, ein Leid auf eigensinnige Weise zum Ausdruck zu bringen (wovon, wie man in den Kreisen der Konsumenten solcher Ratgeberlein zugleich doch auch kolportiert, die gesamte höhere Kulturproduktion immer schon gelebt hat) recht gründlich entkleidete.
Dienstag, 29. Juli 2008
411.
Unterdessen sah die Assistentin K der Kreativleitung dabei zu, wie diese sich abplagte, die Eloge X zuende zu bringen, und schließlich hatte sie einen Vorschlag: schreib doch einfach, das größte Verdienst des weisen Herrn X besteht freilich darin, Herrn Y endgültig mundtot gemacht zu haben, und fertig ist die Sache, immerhin haben alle irgendein Unbehagen an seinem NochDaSein gehabt, jetzt war nicht einmal im cheflichen Haushalt auch nur das Mindeste davon zu spüren, und es ist gut möglich, daß Herr X mit diesem Abschluß der Sache ebenso zufrieden sein wird wie das geschätzte Publikum, für welches er eine Eloge wünscht, und vielleicht haben einfach alle recht.
Montag, 28. Juli 2008
410.
Der Sonntag im Hause des ehemaligen Chefs wurde dann noch recht unterhaltend, denn der naseweise Sinologe und der klitzekleine Forschungsminister fanden mit dem Hausherrn (nachdem sie sein übliches "der Gast, und wenn er noch so stört, es hilft ihm nichts, er wird geehrt" hinter sich gebracht hatten) erhebliche Mengen von Gesprächsstoff, und als die Damen sich, ihrer doch etwas albernen Sorgen müde, zu ihnen gesellten, debattierten sie gerade über die merkwürdigen bis schwer brutalen Methoden, mit denen im Fernen Osten manche Kinder für die Olympiakader trainiert werden, von ihren Familien in den Kampf geschickt, um deren Leben zu verbessern, und dann Lehrern überantwortet, deren Trainingsmethoden - von diesen jedenfalls mit Stolz vertreten werden (man hatte darüber manchen Bericht gesehen und gelesen), und der naseweise Sinologe meinte, man solle anstatt sich aufzuregen sich hier lieber ein wenig daran orientieren, diese ganze Verweichlichungspädagogik des Westens, das sei doch nichts, worauf der ehemalige Chef (wohl nicht nur aus unterstützender Höflichkeit) zu bemerken wußte, daß jedenfalls in manchen Fächern und bei manchen Leuten nur etwas wie eine Daumenschraubenmethode helfe, gerade wer Großes leisten solle, müsse zuerst recht ordentlich unter Druck gebracht werden, und wenn er dann Großes bringe, sei dies jedes Opfer wert, wenn aber nicht, dann sei eben seine Untauglichkeit auf diese Weise auch klar geworden, das sei "im Einzelfall manchmal traurig," aber nicht zu ändern, und es war nun wieder ausgerechnet die (sonst doch so gestrenge) Dame Ö, die sich hierüber am meisten empörte, ein wenig unterstützt vom klitzekleinen Forschungsminister, der einige Fakten über die Entfaltung intellektueller und sportlicher Leistungsfähigkeit unter diesen oder jenen Bedingungen beisteuerte, damit aber gegen die Entschlossenheit der beiden anderen Herren kaum anzukommen schien, und die Gattin des Chefs schien sich zu sagen, solange es die gemeinsamen Kinder nicht mehr betreffe, sei dergleichen eigentlich keinen Streit wert, man sitze schließlich nur am Teetisch und habe glücklicherweise niemanden, an dem man die herrlichen Lehren der harten Pädagogik erproben könne.
Sonntag, 27. Juli 2008
409.B
Derweil sah es im Büro der Kreativleitung wie folgt aus:Mo erholte sich rasch wieder. Als sie eine Weile bewässert worden war, hob sie ihr Köpfchen, schaute in das besorgte Gesicht der Kreativleitung und fragte, warum sie denn so besorgt drein schaue. Ja, sagte die Kreativleitung, das weiß ich eigentlich auch nicht so genau. Es ging Dir nicht so gut, was war denn? Das weiß ich auch nicht so genau, sagte Mo, mir war einfach schlecht und ich mußte mich erbrechen, und dann war ich erschöpft. Na, das gibt’s ja manchmal, sagte die Kreativleitung. Darfs schon mal etwas Apfel sein, gut geschält, mit ein ganz klein wenig Honig? Ach nein danke, sagte Mo, ich will erstmal schlafen, hinterher vielleicht, und sie kletterte vom Schoß der Kreativleitung zu Boden, suchte sich ein etwas abgedunkeltes Plätzchen in einer hinteren Ecke des Büros, rollte sich zusammen und schlief wieder ein. Okay, dachte die Kreativleitung, nun also wieder der Wandteppich und ich. Wo stehen wir denn. Und sie dachte, es sei wirklich fällig, mal etwas länger über das Ehepaar Ö zu rapportieren. Was aber war dazu zu sagen? Sie dachte, wenn der Kwaliteitswart jetzt hier wäre, wäre es leichter, ich könnte es ihm erklären, und dabei würde es sehr viel deutlicher werden (und jawohl, hier wird der Bildunsgauftrag mal wieder erledigt, es denken jetzt bitte alle an Heinrich von Kleists „Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Sprechen“ und an das Marionettentheater).
Der Kwaliteitswart war aber nicht da. Immerhin war sein Bild eine gute Erinnerungsbrücke zum EinSatz 309, in welchem zuletzt konzeptionell über die Paarungen gesprochen worden war.
Und hundert EinSätze weiter hatte nun also die neue Zeit eines der beiden Paare – das schwächere von beiden - auseinandergebracht und die Dame dieser Partei in die Hollywoodschaukel im Garten des ehemaligen Chefs. Natürlich würde beim gegenwärtigen Stand der Dinge der eine oder andere Angehörige geraten haben: na geht doch mal für drei Jahre oder für mehr oder weniger, auf Abstand, danach wird es schon wieder. Jeder entwickelt sich für sich ein wenig weiter, und danach kommt man in neuer Ordnung zusammen. Sie müsse realistisch sein, einen besseren als diesen Partner werde sie nicht finden. Und was dergleichen schöne Mechanismen mehr sind.
Aber das wäre alles mit der Gattin Ö, so wie sie hier konzipiert ist und uns wöchentlich unter die Augen tritt, keineswegs zu machen, denn diese hat ja viel zu viel Sinn für reale Zeit. Für jeden Atemzug. Das hat sie irgendwie so bei sich. Und so wird es eher – überlegte die Kreativleitung, die ein wenig vom Leben verstand – zu recht paradoxen Situationen in ihrem Leben kommen: aus Zorn über die Achtlosigkeit ihres Gatten, mit der er den Augenblick versäumte, hat sie ihn glatt in die Wüste geschickt (und übrigens ohne jede Mühe damit, seinen Standpunkt zu verstehen, es ist nur so, daß die beiden nicht zusammenpassen und daß sie nicht die Absicht und nicht einmal die Möglichkeit hat, daran etwas zu ändern), und die Tatsache, daß sie nun erst recht allein ist, beeindruckt sie nicht im allergeringsten, man kann ihr auf öffentlichen Plätzen küssende Paar noch und nöcher vorführen, man kann sie verlocken und treten, um endlich wieder versöhnlich zu sein und dem Gatten ein Plätzchen in ihrem Heim anzubieten und auf Familie zu machen: es wird mit ihr nicht zu machen sein. Jetzt hat sich dieses ereignet, und so muß sie jetzt tun, was sie zu tun hat. Und überhaupt: Für sie ist ein Mann stets dieser bestimmte. Ist einer zu diesem Bestimmten geworden (mit jenem Element von Nichtmachbarkeit und als Geschenktem, das einmal dabei ist), hat er sehr viel Spielraum und muß sich ziemlich viel Mühe geben, den Platz wieder loszuwerden. Ist dieser bestimmte aber einmal gründlich erledigt, verwandelt er sich nicht zurück in irgendeinen, den man, weil man gerade mal einen Mann brauche, zu einem bestimmten sich erwählen könne. Dieser bestimmte Mann hat sie nun aber – ohne daß wir darüber auch nur das winzigste Detail zu berichten hätten, dergleichen überlassen wir gern anderen Skribenten – gekränkt, sehr schwer, sehr öffentlich, von schlimmeren als kränkenden Dingen zu schweigen, damit ist er für sie erledigt. Sie wird, wie sie gebaut ist, finden, es solle ihm gut gehen. Das schon. Warum sollte sie seinen Schaden wünschen. Nein, sie wird anstreben, alle möglichen Aufteilungen verträglich und vertraglich zu regeln und ihm stets mit Höflichkeit zu begegnen, solange es nur ganz klar ist, daß sie mit ihm nichts, aber auch wirklich gar nichts mehr persönlich zu tun zu haben wünscht und ein Recht auf ihre Sicht der Dinge behaupten und in gleicher Würde durch dieselbe Gesellschaft gehen kann wie er. Nur darum geht es ihr, und verweigert man es ihr, wird ihr außer dem ehemaligen Gemahl gleich auch noch jeder egal, der sich für berechtigt hält, hier strafend und treibend in eine andere Richtung zu wirken.
Wir stellen hier fest, dachte die Kreativleitung: Sobald sie aus der Ehe heraus ist, gewinnt diese Dame an Format, ja, man staunt geradezu, was sie plötzlich alles kann. Das passt zum Sittengewebe der Zeiten, ja, das müßte gehen. Es ist zugleich der Probefall darauf, wie ernst es die Leute mit der Freiheit meinen.
Denn natürlich kommen dann sofort die konservativen Kräfte, welche in solchen Fällen noch immer nach der Devise „Versöhne und herrsche“ gehandelt haben – und nur in solchen Fällen, in anderen reden sie viel von Versöhnung, aber machen Ernst eher mit weiteren Spaltungen, gegenüber welchen sie notfalls auch mehr als zwei Augen zudrücken, in solchen Fällen aber, in denen eine Gattin richtig abspenstig wird, da wollen sie lieber mit aller Gewalt ihr ganzes Herz untersuchen und umkrempeln, als sich damit abzufinden und sie in ihrer Distanzierung anzuerkennen. Und diese konservativen Kräfte, wenn sie nur recht ausgebufft sind, können so eine Dame wie Gattin Ö ganz schön unter Druck setzen. Da dergleichen in unseren modernen Breiten und in unseren Zeiten aber als unsittlich und nicht zeitgemäß gilt, tun sie das – so erwog die Kreativleitung das weitere Vorgehen – aus einer Art Off. Mit dem Ergebnis, daß die Gattin Ö sich etwas einfallen lassen muß, wie sie dennoch und nun erst recht wieder Herrin der Lage mindestens hinsichtlich ihres eigenen kleinen Lebens werden könnte, die sie doch auch irgendwie zu sein wünscht, ob das nun bis ins Letzte philosophisch und ethisch ud glückstheoretisch zu rechtfertigen ist oder nicht. Und es wird ihr gar nichts anderes übrigbleiben, als nun also ihrerseits in jenes Off hinein zu sprechen und sich Verbündete zu suchen. Das gemeine Volk wird über Rosenkriege reden wollen, sogar das ehemals chefliche Paar wird sich möglicherweise zu solchen Reden hinreißen lassen, aber wenigstens dieses Paar wird doch, da es eine reale Liebe pflegt, keine unrealistischen Phantasien von machinierter Liebe aufziehen: so ist (im Gegenparadox zum Einsamkeitsparadox der nach eigenem Wunsch und aus Ernst gegenüber der Liebe Geschiedenen) gerade das heilste Paar der sicherste Schutz vor Zwangsverpaarungen, dachte die Kreativleitung. Und wie wird der Gatte sich verhalten, wird er einen Krieg führen wie wir dergleichen täglich hören müssen, sollen wir ihm das erlauben, oder wollen wir gnädig sein und eine Mediation gelingen lassen? Wie sollte die aussehen? Wie soll es dazu kommen? Soll der Demokratiebeauftragte helfen? Soll die Gattin Ö eher hölzerner werden oder eher eleganter und lebendiger?
Wenn das Letztere (und dies wollte sie entschieden so, und auch den abgelehnten Gatten wollte sie nicht völlig schlecht dastehen lassen, aber das kriegen wir später), dann müssen wir von der anderen Seite anfangen, dachte die Kreativleitung. Dann müssen wir so, wie wir einmal dabei sind, sagen: erst braucht sie mal eine eigene Funktion. Denn sonst scheitert alles schon am Namensstreit. Sie galt immer als Gouvernante. Lassen wir sie doch in der Öffentlichkeitsabteilung eine kleine Funktion übernehmen – nein, das wird nicht gut sein, so auf dem ehemaligen Feld ihres Gatten, aus dem er halb herausgekegelt wurde, halb sich selbst gekegelt hat, nein, sie wird vielleicht eher die neue Vorzimmerdame der Chefin, oder, noch besser, sie wird eine Expertise für Pest- und Brachvögel entwickeln und sich in der teilnehmend beobachtenden Kooperation mit der Vogelwelt ein wenig lockern und zu neuer Aktivität aufschwingen, da hat sie den ihr angemessenen Job, das ist es überhaupt. Aber wie wird es dann mit den Begegnungen mit dem ehemaligen Gatten? Nun, wenn die Offler mit ihren verrückten Versöhnungsallüren aufhören, wird das kein Problem sein. Er wird dann und wann herumranzen, aber das wird sich legen, und sie wird eisig höflich an ihm vorbeigucken, bis es zur Unterzeichnung eines Abkommens gekommen sein wird, mit dem beide leben können und durch das sie von dem Druck der Offler befreit und in ihrer Distanzierung anerkannt ist. Aber die Offler werden nicht aufhören. Brachvogel allen voran wird die gesamte Vogelschar mit Ausnahme des erzählenden Kranich mobilisieren, und das kann sehr unangenehm werden, wenn man nur einen Sicherheitsbeauftragten und ein kränkliches Mo hat. Was macht man also mit ihnen? Man läßt sie ausführlich zu Worte kommen, natürlich. So ausführlich, daß die Dame, die bereits zu Beginn unserer Weberei das Käthchen aus Shakespeares Widerspenstigenzähmung nicht mochte, gar nicht mehr weiß, was sie tun soll? Und dann?
Dann wird sie vielleicht etwas scheinbar vollkommen Verrücktes tun. Aber was? Vielleicht selbst verreisen, vielleicht eine andere Wohnung beziehen, vielleicht merkwürdige Anzeigen aufgeben? Oder ganz gleichmütig in grauen Kostümen die letzten Jahre, in denen sie noch eine Chance hätte auf eine neue Verbindung, dahingehen lassen in stumm-beharrlichem Widerstand gegen unzumutbare Zumutungen? Sich dann einreihen in die Riege der einsamen älteren Damen, die in früheren EinSätzen schon beschworen worden waren, und sich abfinden damit, daß es das gewesen sein wird?
Die Kreativleitung kam einstweilen nicht weiter. Es mußte aber etwas geschehen auf diesem Felde, so viel war klar, und es mußte ein Mittel geben, den Kwaliteitswart anzulocken, um mit ihm zu sprechen, etwas an diesem Mann stimulierte sie, da war nun einmal nichts zu machen. Dies war wie es war, Nebenwirkungen – wie etwa Einsamkeit und Ergebenheit in die Aussicht, selbst den Anforderungen eines solchen Menschen nicht zu genügen – mußten in Kauf genommen werden. Nur so ließen sich derartige Attacken in Würde ertragen. Sie seufzte vor sich hin, schaute aufs schlafende Mo und dann aus dem Fenster, lauschte auf die fremdartigen Musikklänge, die an diesem Tage vom Hof kamen, betrachtete an der offenen Seite ihres Büros das neben vielen prächtigen Pflanzen etwas kümmerliche Gewächs, welches als einziges noch keinen Terrakotta-Topf abbekommen hatte, und ging erst einmal ins „Bistro.“
Mo, da war sie ganz zuversichtlich, würde in Ruhe schlafen. Sie würde dem kleinen Wesen etwas Apfelmus mitbringen, so zum Anfang, und ein winziges Tröpfchen Honig druntermischen.
Der Kwaliteitswart war aber nicht da. Immerhin war sein Bild eine gute Erinnerungsbrücke zum EinSatz 309, in welchem zuletzt konzeptionell über die Paarungen gesprochen worden war.
Und hundert EinSätze weiter hatte nun also die neue Zeit eines der beiden Paare – das schwächere von beiden - auseinandergebracht und die Dame dieser Partei in die Hollywoodschaukel im Garten des ehemaligen Chefs. Natürlich würde beim gegenwärtigen Stand der Dinge der eine oder andere Angehörige geraten haben: na geht doch mal für drei Jahre oder für mehr oder weniger, auf Abstand, danach wird es schon wieder. Jeder entwickelt sich für sich ein wenig weiter, und danach kommt man in neuer Ordnung zusammen. Sie müsse realistisch sein, einen besseren als diesen Partner werde sie nicht finden. Und was dergleichen schöne Mechanismen mehr sind.
Aber das wäre alles mit der Gattin Ö, so wie sie hier konzipiert ist und uns wöchentlich unter die Augen tritt, keineswegs zu machen, denn diese hat ja viel zu viel Sinn für reale Zeit. Für jeden Atemzug. Das hat sie irgendwie so bei sich. Und so wird es eher – überlegte die Kreativleitung, die ein wenig vom Leben verstand – zu recht paradoxen Situationen in ihrem Leben kommen: aus Zorn über die Achtlosigkeit ihres Gatten, mit der er den Augenblick versäumte, hat sie ihn glatt in die Wüste geschickt (und übrigens ohne jede Mühe damit, seinen Standpunkt zu verstehen, es ist nur so, daß die beiden nicht zusammenpassen und daß sie nicht die Absicht und nicht einmal die Möglichkeit hat, daran etwas zu ändern), und die Tatsache, daß sie nun erst recht allein ist, beeindruckt sie nicht im allergeringsten, man kann ihr auf öffentlichen Plätzen küssende Paar noch und nöcher vorführen, man kann sie verlocken und treten, um endlich wieder versöhnlich zu sein und dem Gatten ein Plätzchen in ihrem Heim anzubieten und auf Familie zu machen: es wird mit ihr nicht zu machen sein. Jetzt hat sich dieses ereignet, und so muß sie jetzt tun, was sie zu tun hat. Und überhaupt: Für sie ist ein Mann stets dieser bestimmte. Ist einer zu diesem Bestimmten geworden (mit jenem Element von Nichtmachbarkeit und als Geschenktem, das einmal dabei ist), hat er sehr viel Spielraum und muß sich ziemlich viel Mühe geben, den Platz wieder loszuwerden. Ist dieser bestimmte aber einmal gründlich erledigt, verwandelt er sich nicht zurück in irgendeinen, den man, weil man gerade mal einen Mann brauche, zu einem bestimmten sich erwählen könne. Dieser bestimmte Mann hat sie nun aber – ohne daß wir darüber auch nur das winzigste Detail zu berichten hätten, dergleichen überlassen wir gern anderen Skribenten – gekränkt, sehr schwer, sehr öffentlich, von schlimmeren als kränkenden Dingen zu schweigen, damit ist er für sie erledigt. Sie wird, wie sie gebaut ist, finden, es solle ihm gut gehen. Das schon. Warum sollte sie seinen Schaden wünschen. Nein, sie wird anstreben, alle möglichen Aufteilungen verträglich und vertraglich zu regeln und ihm stets mit Höflichkeit zu begegnen, solange es nur ganz klar ist, daß sie mit ihm nichts, aber auch wirklich gar nichts mehr persönlich zu tun zu haben wünscht und ein Recht auf ihre Sicht der Dinge behaupten und in gleicher Würde durch dieselbe Gesellschaft gehen kann wie er. Nur darum geht es ihr, und verweigert man es ihr, wird ihr außer dem ehemaligen Gemahl gleich auch noch jeder egal, der sich für berechtigt hält, hier strafend und treibend in eine andere Richtung zu wirken.
Wir stellen hier fest, dachte die Kreativleitung: Sobald sie aus der Ehe heraus ist, gewinnt diese Dame an Format, ja, man staunt geradezu, was sie plötzlich alles kann. Das passt zum Sittengewebe der Zeiten, ja, das müßte gehen. Es ist zugleich der Probefall darauf, wie ernst es die Leute mit der Freiheit meinen.
Denn natürlich kommen dann sofort die konservativen Kräfte, welche in solchen Fällen noch immer nach der Devise „Versöhne und herrsche“ gehandelt haben – und nur in solchen Fällen, in anderen reden sie viel von Versöhnung, aber machen Ernst eher mit weiteren Spaltungen, gegenüber welchen sie notfalls auch mehr als zwei Augen zudrücken, in solchen Fällen aber, in denen eine Gattin richtig abspenstig wird, da wollen sie lieber mit aller Gewalt ihr ganzes Herz untersuchen und umkrempeln, als sich damit abzufinden und sie in ihrer Distanzierung anzuerkennen. Und diese konservativen Kräfte, wenn sie nur recht ausgebufft sind, können so eine Dame wie Gattin Ö ganz schön unter Druck setzen. Da dergleichen in unseren modernen Breiten und in unseren Zeiten aber als unsittlich und nicht zeitgemäß gilt, tun sie das – so erwog die Kreativleitung das weitere Vorgehen – aus einer Art Off. Mit dem Ergebnis, daß die Gattin Ö sich etwas einfallen lassen muß, wie sie dennoch und nun erst recht wieder Herrin der Lage mindestens hinsichtlich ihres eigenen kleinen Lebens werden könnte, die sie doch auch irgendwie zu sein wünscht, ob das nun bis ins Letzte philosophisch und ethisch ud glückstheoretisch zu rechtfertigen ist oder nicht. Und es wird ihr gar nichts anderes übrigbleiben, als nun also ihrerseits in jenes Off hinein zu sprechen und sich Verbündete zu suchen. Das gemeine Volk wird über Rosenkriege reden wollen, sogar das ehemals chefliche Paar wird sich möglicherweise zu solchen Reden hinreißen lassen, aber wenigstens dieses Paar wird doch, da es eine reale Liebe pflegt, keine unrealistischen Phantasien von machinierter Liebe aufziehen: so ist (im Gegenparadox zum Einsamkeitsparadox der nach eigenem Wunsch und aus Ernst gegenüber der Liebe Geschiedenen) gerade das heilste Paar der sicherste Schutz vor Zwangsverpaarungen, dachte die Kreativleitung. Und wie wird der Gatte sich verhalten, wird er einen Krieg führen wie wir dergleichen täglich hören müssen, sollen wir ihm das erlauben, oder wollen wir gnädig sein und eine Mediation gelingen lassen? Wie sollte die aussehen? Wie soll es dazu kommen? Soll der Demokratiebeauftragte helfen? Soll die Gattin Ö eher hölzerner werden oder eher eleganter und lebendiger?
Wenn das Letztere (und dies wollte sie entschieden so, und auch den abgelehnten Gatten wollte sie nicht völlig schlecht dastehen lassen, aber das kriegen wir später), dann müssen wir von der anderen Seite anfangen, dachte die Kreativleitung. Dann müssen wir so, wie wir einmal dabei sind, sagen: erst braucht sie mal eine eigene Funktion. Denn sonst scheitert alles schon am Namensstreit. Sie galt immer als Gouvernante. Lassen wir sie doch in der Öffentlichkeitsabteilung eine kleine Funktion übernehmen – nein, das wird nicht gut sein, so auf dem ehemaligen Feld ihres Gatten, aus dem er halb herausgekegelt wurde, halb sich selbst gekegelt hat, nein, sie wird vielleicht eher die neue Vorzimmerdame der Chefin, oder, noch besser, sie wird eine Expertise für Pest- und Brachvögel entwickeln und sich in der teilnehmend beobachtenden Kooperation mit der Vogelwelt ein wenig lockern und zu neuer Aktivität aufschwingen, da hat sie den ihr angemessenen Job, das ist es überhaupt. Aber wie wird es dann mit den Begegnungen mit dem ehemaligen Gatten? Nun, wenn die Offler mit ihren verrückten Versöhnungsallüren aufhören, wird das kein Problem sein. Er wird dann und wann herumranzen, aber das wird sich legen, und sie wird eisig höflich an ihm vorbeigucken, bis es zur Unterzeichnung eines Abkommens gekommen sein wird, mit dem beide leben können und durch das sie von dem Druck der Offler befreit und in ihrer Distanzierung anerkannt ist. Aber die Offler werden nicht aufhören. Brachvogel allen voran wird die gesamte Vogelschar mit Ausnahme des erzählenden Kranich mobilisieren, und das kann sehr unangenehm werden, wenn man nur einen Sicherheitsbeauftragten und ein kränkliches Mo hat. Was macht man also mit ihnen? Man läßt sie ausführlich zu Worte kommen, natürlich. So ausführlich, daß die Dame, die bereits zu Beginn unserer Weberei das Käthchen aus Shakespeares Widerspenstigenzähmung nicht mochte, gar nicht mehr weiß, was sie tun soll? Und dann?
Dann wird sie vielleicht etwas scheinbar vollkommen Verrücktes tun. Aber was? Vielleicht selbst verreisen, vielleicht eine andere Wohnung beziehen, vielleicht merkwürdige Anzeigen aufgeben? Oder ganz gleichmütig in grauen Kostümen die letzten Jahre, in denen sie noch eine Chance hätte auf eine neue Verbindung, dahingehen lassen in stumm-beharrlichem Widerstand gegen unzumutbare Zumutungen? Sich dann einreihen in die Riege der einsamen älteren Damen, die in früheren EinSätzen schon beschworen worden waren, und sich abfinden damit, daß es das gewesen sein wird?
Die Kreativleitung kam einstweilen nicht weiter. Es mußte aber etwas geschehen auf diesem Felde, so viel war klar, und es mußte ein Mittel geben, den Kwaliteitswart anzulocken, um mit ihm zu sprechen, etwas an diesem Mann stimulierte sie, da war nun einmal nichts zu machen. Dies war wie es war, Nebenwirkungen – wie etwa Einsamkeit und Ergebenheit in die Aussicht, selbst den Anforderungen eines solchen Menschen nicht zu genügen – mußten in Kauf genommen werden. Nur so ließen sich derartige Attacken in Würde ertragen. Sie seufzte vor sich hin, schaute aufs schlafende Mo und dann aus dem Fenster, lauschte auf die fremdartigen Musikklänge, die an diesem Tage vom Hof kamen, betrachtete an der offenen Seite ihres Büros das neben vielen prächtigen Pflanzen etwas kümmerliche Gewächs, welches als einziges noch keinen Terrakotta-Topf abbekommen hatte, und ging erst einmal ins „Bistro.“
Mo, da war sie ganz zuversichtlich, würde in Ruhe schlafen. Sie würde dem kleinen Wesen etwas Apfelmus mitbringen, so zum Anfang, und ein winziges Tröpfchen Honig druntermischen.
409.
Als das Einkaufswägelchen mit klitzekleinem Forschungsminister und naseweisem Sinologen im Hause des ehemaligen Chefs eintraf, saßen im dasigen Garten die Gattin des ehemaligen Chefs und ihre Freundin, welche sich noch immer Gattin Ö nannte (und dies neuerdings mit der französischen Aussprache der ersten Silbe des Wortes Europa zu begründen und zu einem ernsthaften persönlichen Namen von zugleich allgemeinster Bedeutung aufzumöbeln wünschte) in der Hollywoodschaukel und unterhielten sich über Freud und Leid des klassischen Ehewesens, tatsächlich hatte Gattin Ö, welcher einige ihrer Angehörigen in den Ohren lagen, sie möchte sich doch bitte mit dem Gemahl aussöhnen und bittschön wieder das Bild einer heilen Familie vortragen, vor derartigen Zumutungen sehr gezielt im Vorortparadies der Freundin Zuflucht gesucht, durfte sie doch annehmen, daß wenigstens dieses Paar in seiner Zweisamkeit glücklich genug war, um es nicht nötig zu haben, andere mit aller Gewalt in ein Bild zu pressen, dem nicht zu entsprechen sie heimlich zu fürchten guten Grund hatten, oder so ähnlich, die Gattin Ö überschlug sich syntaktisch ein wenig in ihrer Empörung, und es war nur gut, daß die heftigen Bewegungen, welche sie auf der Schaukel vollführte, ausgeglichen wurden durch den ruhigen Sitz der Gattin des ehemaligen Chefs.
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